Sind Marillen Aprikosen oder nicht

Marille und Aprikose – handelt es sich um das Gleiche?

Es herrscht oft Verwirrung und es wird die Frage gestellt: Gibt es einen Unterschied zwischen Marille und Aprikose? Oder ist es eigentlich dasselbe Steinobst?
In dem Artikel gebe ich dir die Antwort zu der Frage, ob Marillen und Aprikosen die gleiche Frucht sind oder ob es Unterschiede gibt.

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Marille und Aprikose – handelt es sich um das Gleiche?

Gerade bei meinem Marillenknödel Rezept und meinem Marillenchutney Rezept wird oft gefragt, ob anstatt Marillen auch Aprikosen verwendet werden können. Darauf möchte ich hier eine Antwort geben und auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten eingehen.

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Marillen und Aprikosen – gibt es einen Unterschied?

Bei der Marille und der Aprikose handelt es sich um ein und dieselbe Steinfrucht, sie sind botanisch ident. Der einzige Unterschied zwischen Marillen und Aprikosen ist, dass das Steinobst je nach Gegend anders bezeichnet wird. In Österreich und im Süden Deutschlands sagt man Marille, im Großteil von Deutschland und der Schweiz nennt man das Obst Aprikose. So gesehen ist der Unterschied zwischen Marille und Aprikose eher eine Frage der Herkunft und des Namens als der Frucht selbst, das heißt Marillen sind Aprikosen & Aprikosen sind Marillen.

Geschmacklich variieren sie je nach Region und Sorte – mal milder, mal intensiver – aber biologisch gehören sie zur selben Fruchtfamilie und sind somit dieselbe Steinfrucht.

Verena bei der Marillenernte im Obstgarten

Geschmack der Marille

Nicht jede Marille schmeckt gleich. Während manche Sorten durch eine feine Säure auffallen, zeigen andere kaum spürbare Fruchtsäuren. Der endgültige Geschmack einer Marille ist das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren.

  • Reifezeit: Ein zentraler Aspekt ist die Reifezeit. Frühe Sorten, die bereits im Juni geerntet werden, unterscheiden sich im Aroma deutlich von später reifenden Sorten – etwa jene aus der Wachau. Die Wachauer Marillen besitzen eine eigens geschützte Ursprungsbezeichnung, sind jedoch keine eigenständige Sorte. Die in der Wachau bevorzugt angebaute Sorte ‚Klosterneuburger‘, kombiniert mit dem einzigartigen Klima der Region, verleiht den Marillen ihr charakteristisches Aroma
  • Wetter: Auch das Wetter zur Erntezeit spielt eine entscheidende Rolle. Sonnige Tage fördern die Zuckerbildung in der Frucht, während der Wasseranteil sinkt – das führt zu einem intensiveren Geschmack der Marille.
  • Boden: Der Einfluss des Bodens ist nicht zu unterschätzen. Wenn der Untergrund sandig ist und es häufig regnet, kann das überschüssige Wasser rasch abfließen. Auch das wirkt sich auf die Fruchtqualität aus.

Es ist ein Zusammenspiel aus Sorte, Klima und Standortbedingungen, welche den charakteristischen Geschmack der Marille bestimmt.

Sind Marillen Aprikosen oder nicht

Verwendung in der Küche

Marillen und Aprikosen sind in der Küche vielseitig einsetzbar, denn die süße, aromatische Frucht eignet sich sowohl für süße als auch für herzhafte Gerichte.

Süße Rezepte mit Marillen und Aprikosen

  • Marillenmarmelade: Die Marillenmarmelade ist ein beliebter süßer Brotaufstrich und wird auch zum Füllen von Torten wie der Sachertorte oder für die Zubereitung von Desserts verwendet.
  • Marillenknödel: Bei Marillenknödel handelt es sich um eine österreichische Spezialität, dabei wird ein Teigmantel aus Kartoffel-, Brand- oder Topfenteig mit einer Marille gefüllt und in Butterbröseln gewälzt.
  • Marillenröster: Ein Marillenröster ist ein köstliches Dessert, bestehend aus gedünsteten Marillen, Zucker und Gewürzen wie Zimt und Nelken.
  • Aprikosenkuchen: Der Obstkuchen mit saftigen Marillen im Teig ist ein Highlight am sommerlichen Kuchenteller.
  • Palatschinken mit Marillenmarmelade: Traditionell werden Palatschinken in Österreich mit fruchtiger Marillenmarmelade gefüllt.

Herzhafte Rezepte mit Marillen und Aprikosen

  • Aprikosenchutney: Ein süßlich-pikantes Chutney aus Aprikosen passt hervorragend zu Käse, gegrilltem Fleisch und Wildgerichten, es passt aber auch zu Burgern sowie zu Currys und Reisgerichten.
  • Bulgursalat mit Marillen: Dank frischer Marillen bekommt ein erfrischender Tabouleh zusätzlich eine fruchtige Note.
  • Gefüllte Aprikosen: Mit Nüssen oder Frischkäse gefüllte Aprikosen sind eine köstliche Vorspeise und können auch als Beilage serviert werden.

Getränkerezepte mit Marillen

  • Marillensirup: Mit dem Marillensirup lässt sich das Aroma der Marillen perfekt einfangen und das ganze Jahr über genießen.
  • Marillenlikör: Marillenlikör selber machen ist ganz einfach. Der fertige Likör schmeckt pur, in Prosecco als Aperitif und als Zutaten in Cocktails.

Mirabellen sind keine Marillen

Viele glauben, dass es sich bei Mirabellen auch um Marillen bzw. Aprikosen handelt. Möglicherweise kommt das davon, weil der Name sich ähnelt. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Pflanzengattungen. Mirabellen sind Gelbe Zwetschgen. Sie sind in Österreich auch als Kriecherl bekannt und eine Unterart der Pflaume.

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