Faschingskrapfen

Was wäre Fasching ohne Faschingskrapfen? Im Büro bringen Kollegen immer wieder Faschingskrapfen mit, auch bei Einladungen zum Kaffee wird zu dieser Zeit immer wieder dieses Gebäck kredenzt. Wem wundert’s? Locken doch zahlreiche Bäckereien und Bäckereiketten mit zahlreichen Sonderangeboten zu der Faschingszeit.

Mein Problem dabei ist, dass keiner dieser Krapfen an die Faschingskrapfen in meiner Kindheit herankommt. Oma hat diese nämlich immer selbst gebacken. Wir durften sie noch warm kosten – mir läuft das Wasser im Mund zusammen wenn ich an diese Momente zurückdenke.

Omas selbst gemachte Faschingskrapfen waren immer schnell aufgegessen und sie war so nett und hat binnen kürzestes Zeit wieder für Nachschub gesorgt.

 Frische, selbst gebackene Faschingkrapfen nach einem uralten Rezept von Sweets and Lifest
Um auch selbst Omas Faschingskrapfen backen zu können und damit das Rezept für die Nachwelt erhalten bleibt, habe ich meine 89-jährige Oma (die mittlerweile knapp 91 ist) gefragt, ob sie mir nicht ihr Rezept verraten möchte und mich beim Backen anleiten möchte. Oma war ganz begeistert von der Idee. Jedoch gab es eine Bedingung, ich musste Schmalz, Schweineschmalz, besorgen. Denn Oma schwört darauf. Mit Pflanzenöl schmecken sie ihrer Meinung nach nach nix,  werden nicht so schön wie mit Schweineschmalz und das typische „Randl“ kommt auch nicht gut zum Vorschein…
Wider Willen habe ich alle, wirklich alle, gewünschten Zutaten (Schmalz ist nämlich nicht so ganz meines) besorgt und wir schritten zur Tat. Es war und ist immer wieder schön, nach Oma’s Originalrezept zu backen, ihre Tipps zu beherzigen und anschließend den Erfolg zu sehen.
Faschingskrapfen nach dem Familienrezept gemeinsam mit Oma gemacht Sweets and Lifestyle

Das gemeinsame Backen der Faschingskrapfen, auch wenn es mittlerweile nur mehr ein Backen meinerseits in Omas Küche und Omas Beisein ist, ist jedes Jahr aufs Neue wunderschön. Aber nicht (nur), weil es im Anschluss frische Faschingskrapfen gibt. Sondern die gemeinsame Zeit mit Oma, in der ihr immer wieder Geschichten und Vorkommnisse aus der Vergangenheit einfallen, welche sie dann erzählt, in Kombination mit ihren Rezeptgeheimnissen, das macht diese gemeinsame Zeit zu etwas ganz Besonderem. Ich hoffe sehr, dass ich noch einige Male mit bzw. bei meiner Oma Faschingskrapfen backen darf.

Frische selbst gemachte Faschingskrapfen nach einem Rezept von Sweets and Lifestyle_Titelbild

Faschingskrapfen

Gekaufte Faschingskrapfen können den selbst gemachten Faschingskrapfen nicht das Wasser reichen. Am besten schmecken die selbst gemachten Faschingskrapfen wenn sie ganz frisch sind.

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Gericht Dessert
Zubereitungszeit 2 Stunden
Portionen 25
Autor Verena

Zutaten

  • 250 ml lauwarme Milch
  • 1 Pkg Germ (42 g)
  • 1 TL Kristallzucker
  • 500 g Mehl
  • 40 g Butter
  • 60 g Staubzucker
  • 4 Dotter
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Rum
  • 1 Pkg Vanillezucker
  • 1 Bio-Zitrone (Abrieb)
  • 1 kg Schmalz alternativ: 1 Liter Pflanzenöl
  • 1 großer Ausstecher (ca. 6cm Durchmesser)
  • 1 kleiner Ausstecher (ca. 5 cm Durchmesser)
  • Marillenmarmelade
  • Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Den Kristallzucker in der lauwarmen Milch auflösen und die Germ hineinbröckeln, Dampfl entstehen lassen.

  2. Die trockenen Zutaten gemeinsam mit den Dotter in eine Schüssel geben.

  3. Die Butter schmelzen und zu den trockenen Zutaten dazugeben.

  4. Das Dampfl hinzugeben und alles zu einem Teig verkneten.

  5. Den Teig an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er in etwa doppelt zu viel ist.

  6. Anschließend den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten und auswalken.

  7. Mit dem größeren Ausstecher ca. 25 Kreise ausstechen.

  8.  In die Mitte jedes Kreises etwas Marillenmarmelade geben.

  9. Mit dem kleinen Ausstecher so viele Kreise ausstechen wie mit dem großen Ausstecher.

  10. Die kleinen Teigkreise auf die großen rauflegen und an den Rändern fest an die großen andrücken. (das ist ganz wichtig!)

  11. Dann mit dem kleinen Ausstecher (nochmals) kreise ausstechen.

  12. Die noch unfertigen Krapfen zugedeckt an einem warmen Ort für ca. 45 – 60 Minuten gehen lassen. Nach der Hälfte der Zeit die Krapfen vorsichtig umdrehen.

  13. Ds Schmalz (oder Pflanzenöl) auf 170 Grad erhitzen.

  14. Jeweils 3 – 4 Krapfen (kommt auf die Größe des Topfes an) mit der Oberseite (= die Seite die zum Schluss beim Aufgeben oben war) nach unten, in das heiße Schmalz geben.

  15. Den Deckel auf den Topf geben und die Krapfen für ca. 3 Minuten backen. 

  16. Anschließend den Deckel runternehmen und die Krapfen wenden (die Unterseite sollte goldbraun sein, ansonsten noch weiter backen lassen) und für weitere ca. 2 Minuten goldbraun backen.

  17. Die Krapfen rausnehmen und auf einem mit Küchenrolle ausgelegten Teller abtropfen lassen. 

  18. Mit Staubzucker bestreuen und genießen!

Tipp

IDEALE TEMPERATUR ZUM FRITTIEREN: Die optimale Temperatur zum Frittieren liegt 170 Grad. Zur schnellen und genauen Ermittlung der Temperatur kann ein Infrarot-Thermometer (aus dem Baumarkt) verwendet werden. Alternativ kann auch ein Holzstäbchen in das heiße Öl gehalten werden – sobald entlang des Holzstäbchens kleine Bläschen aufsteigen, ist die optimale Temperatur erreicht.

Hitze Darauf achten, dass das Fett die Temperatur von 170 Grad behält nicht zu heiß wird, ansonsten kann es passieren das die Krapfen binnen Minuten schwarz werden.

Der Augenblick, in dem ich nach Jahren wieder in einen frischen, lauwarmen Faschingskrapfen reingebissen werde ich jetzt eine Weile nicht vergessen… Herrlich war’s!

Für alle die nicht mit Schmalz hantieren möchten, ich habe es ausprobiert, die Krapfen schmecken auch, in Pflanzenöl herausgebacken, wunderbar. Mein Favorit ist Kokosöl.  

Selbst gemachte Faschingskrapfen nach Oma's Rezept bei Sweets and Lifestyle

Frische Faschingskrapfen selbstgemacht von Sweets and Lifestyle

Selbst gemachte Faschingskrapfen nach einem Familienrezept gefuellt mit Marillenmarmelade von Sweets and Lifestyle

Selbst gemachte Faschingskrapfen nach einem alten Familienrezept von Sweets and Lifestyle

Was ist für Euch „typisch“ für den Fasching? Was verbindet Ihr mit Fasching?

Alles Liebe,
Verena 

Hinterlasse deine Meinung zu: “Faschingskrapfen

  1. Hallo Verena,

    sehr cool, sogar vorher gefüllte, wow. Ich hab grad vom Profibäcker erfahren das das zwar in der Berufsschule unterrichtet wird als hohe Kunst des Krapfen machens, aber es macht kaum jemand weils mehr arbeit ist, Hut ab also von meiner Seite! 🙂

    Und das Rum in den Krapfen gehört hab ich da auch gerade erst gelernt und siehe da, Deine Oma verwendet Rum. Toll.

    Liebe Grüße an Deine Oma und sie soll bitte noch öfter was von ihren Geheimnissen an Dich weitergeben <3

    Bussi

    Yvi

    1. Hallo Yvi,

      vielen Dank für die Infos! Sehr interessant! Das werde ich heute gleich meiner Oma berichten 😉 Zitat von Oma zum Rum (in fast allen ihren Süßspeisen): "den braucht man für den Geschmack, sonst schmeckts ned" 😉

      Dankeschön! Ich hoffe sie kann mir noch viele Geheimnisse weitergeben <3

      Bussi
      Verena

        1. Danke für die Info!
          Ich wusste das der Alkohol dafür verantwortlich ist, dass der Teig nicht so viel Fett aufnimmt, aber das es „lipophob“ heißt war mir nicht klar.
          Wieder was gelernt, DANKE! 😉

  2. Sehr schönes Rezept!! Nur hab ich leider nicht verstanden, warum und wofür, nachdem die kleinen ausgestochenen Kreise auf den größeren liegen, NOCHMAL kleine Kreise ausgestochen werden…??? Aber die schmecken sicher lecker wie vom Bäcker <3 Wenn nicht sogar besser!

    1. Wenn du die zwei Teigkreise mit den Finger fest aufeinander drückst, sind sie nicht mehr "schön" bzw. haben sie nicht mehr unbedingt die Form eines Kreises. Durch das Ausstechen mit dem kleinen Ausstecher bekommst du eine schöne Form hin – also so habe ich für mich diese Anweisung interpretiert 😉
      Ich persönlich finde sie wirklich besser als die vom Bäcker 😉

      Alles Liebe,
      Verena

  3. Hallo Verena! Deine Krapfen sind richtige Prachtstücke! Bei uns daheim wurden sie auch immer selbst gemacht- ich habs allerdings noch nicht probiert. Werde mir von meiner Mama noch all die "alten" Rezepte weitergeben lassen. Ist allerdings nicht sooo einfach, weil es keine Rezeptangaben gibt 😉
    Liebe Grüße, Renate

    1. Hallo Renate,
      vielen Dank für das Kompliment! Das ist eine gute Idee – alte Rezepte sind einfach toll! Das mit den fehlenden Angaben kenne ich "gib' ein bissl Mehl rein, das siehst eh wie viel du brauchst" 😉

      Alles Liebe, Verena

  4. Liebe Verena,
    die Krapfen sehen zum Anbeißen aus!! 🙂
    Danke für dieses tolle Rezept – ich werde es bestimmt einmal ausprobieren…. 🙂
    Liebe Grüße,
    Andrea

  5. Hallo Verena,
    herzlichen Dank für das tolle Rezept. Ich werde die Krapfen morgen ausprobieren, denn ich habe keinen Germ da. Ich werde Dir berichten.

    LG Helga

    1. Hallo Elisabeth,

      Dankeschön 😉 Du solltest unbedingt die selbst gemachten Krapfen probieren! Du wirst dann keine anderen mehr mögen 🙂
      Ich wusste es auch nicht, bis mir es meine Oma so gezeigt hat 😉

      Alles Liebe,
      Verena

  6. Habe gerade den letzten Krapfen aus dem Schweineschmalz gefischt und bin restlos begeistert. Noch nie habe ich so gute Krapfen gebacken. Kein Wunder, dass Dir andere Krapfen nicht schmecken. Ein großes Lob an Dich und Deine Oma.

    1. Liebe Eva,

      es freut mich sehr zu hören, dass du von den Krapfen begeistert bist!
      Vielen lieben Dank für das Lob an meine Oma (das ich ihr gerne weitergebe) und an mich 😉

      Lass‘ dir die Krapfen schmecken!

      Alles Liebe,
      Verena

  7. Liebe Verena,

    Ich habe dieses Jahr schon 2x Krapfen gemacht und werde mir vornehmen, auch noch dein Rezept zu probieren. Bei einer Sache Tu ich mir allerdings immer schwer, … wieviel Öl füllt man denn in etwa in den Topf.. ist es zu viel wird des mit dem Randl ja eher wieder nix… Vielleicht kannst du mir da einen guten Tipp geben. Vielen Dank LG Ina

    1. Liebe Ina,

      da warst du aber fleißig. Und ich super, dass du trotzdem noch Lust auf Krapfen hast 😉

      Ich nehme immer 1 kg Schmalz (oder 1 Liter Öl) und gebe/fülle dieses in einen großen Topf (ca 5 Liter Inhalt). Wichtig für das Randl ist, dass die Krapfen schwimmen. Dazu ist genügend Fett wichtig, aber auch der Rum im Teig – denn durch diesen saugen sich die Krapfen nicht mit dem Fett voll und gehen daher nicht „unter“.

      Hoffe dir damit geholfen zu haben.
      Wenn du noch Fragen haben solltest, melde dich einfach.

      Liebe Grüße,
      Verena

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